Grabarten – die passende Grabstätte wählen
Neben der Bestattungsart spielt auch die Wahl der Grabstätte eine wichtige Rolle. Sie bestimmt, wo und wie ein Ort der Erinnerung entsteht.
Wir beraten Sie persönlich zu den verschiedenen Grabarten und helfen Ihnen, die passende Entscheidung zu treffen.
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Welche Grabarten gibt es?
Die Möglichkeiten der Grabgestaltung sind vielfältig. Je nach Friedhof und Region stehen unterschiedliche Grabarten zur Verfügung.
Diese unterscheiden sich vor allem in:
Bei Erd- und Feuerbestattungen
Reihengrab
Eine klassische Grabform, die der Reihe nach vergeben wird. Eine individuelle Auswahl der Lage ist nicht möglich.
Hier entscheidet die Friedhofsverwaltung über die Lage der Grabstätte. Die Grabstätten werden der „Reihe“ nach vergeben, Sie haben keine Auswahlmöglichkeit. Ein Reihengrab ist immer ein Einzelgrab, das heißt: Es ist nur eine einzige Bestattung oder Urnenbeisetzung möglich. Diese Grabart eignet sich daher nicht als Familiengrabstätte. Die vorgeschriebene Ruhezeit wird zugeteilt und muss eingehalten werden. Auch eine Nutzungszeitverlängerung ist nicht möglich. Die Nutzungsrechte des Reihengrabes gehen nach Ablauf dieser Frist zurück an die Friedhofsverwaltung; das Grab wird daraufhin aufgelöst.
Bei Erd- und Feuerbestattungen
Wahlgrab
Ein Wahlgrab kann individuell ausgesucht werden und bietet die Möglichkeit zur Verlängerung der Nutzungszeit.
Jeder Friedhof stellt sogenannte Wahlgräber zur Verfügung. Das Wahlgrab wird von den Angehörigen nach Lage und Größe ausgesucht und erworben. Bei dieser Grabform ist ein Höchstmaß an Auswahl und auch eigener Gestaltung möglich, daher die Bezeichnung. Außerdem können in einem Wahlgrab mehrere Bestattungen durchgeführt werden, es eignet sich daher besonders gut als Familiengrabstätte. Die Nutzungszeit liegt, je nach Kommune, zwischen 20 und 40 Jahren, kann aber jederzeit verlängert/nachgekauft werden. Viele Familien sind bereits seit Generationen im Besitz eines Wahlgrabes.
Bei Erd- und Feuerbestattungen
Pflegefreies oder „halbanonymes“ Rasengrab
Diese Grabform wird zentral gepflegt. Angehörige haben keinen eigenen Pflegeaufwand, aber einen festen Ort der Erinnerung.
Die Erdbestattungsgräber werden nicht gekennzeichnet. Auf den Rasengräbern wird eine durchgehende Rasenfläche angelegt, die von der Stadt unterhalten wird. Die Grabflächen sind in naturbelassener Form zu erhalten. Anpflanzungen und Grabschmuck sind nicht zulässig. Schnittblumen, Pflanzen, Schalen, Vasen oder Gedenkzeichen können an der dafür vorgesehenen, zentralen Ablagestelle abgelegt oder abgestellt werden. Auf Wunsch kann eine Namenskennzeichnung an zentraler Stelle erfolgen. Die Gestaltung hierfür legt die Stadt für das jeweilige Gräberfeld fest.
Bei den Urnengräbern erfolgt die Beisetzung ebenfalls in einem Rasenfeld. Das Grab kann mit einer flachen Grabplatte versehen werden, die der Rasenhöhe entspricht. Die Rasenpflege übernimmt die Friedhofsverwaltung, daher entfallen die Grabpflegekosten.
Nur bei Feuerbestattungen
Anonymes Grab
Die Beisetzung erfolgt ohne individuelle Kennzeichnung. Ein persönlicher Grabplatz ist nicht vorhanden.
Eine weitläufige Rasenfläche nimmt die Urne des Verstorbenen auf. Der Grabplatz wird nicht gekennzeichnet, nur die Friedhofsverwaltung kennt diese Stelle. Die Beisetzung findet, mit Ausnahme weniger Kommunen, ohne die Anwesenheit von Angehörigen oder sonstigen Hinterbliebenen statt. Für diese Lösung sprechen in erster Linie die geringeren Kosten. Die Trauerverarbeitung der Angehörigen kann dies jedoch erschweren, da ihnen der Bezugspunkt fehlt, an dem sie das Andenken des Verstorbenen pflegen könnten. Auch hier entstehen keine Kosten für die Pflege des Grabes.
Nur bei Feuerbestattungen
Kolumbarium ‒ Die Urnennische
Die Urne wird in einer Wandnische beigesetzt. Eine moderne und pflegefreie Alternative zur klassischen Grabstätte.
Der lateinische Name „columbarium“ bedeutet ursprünglich Taubenhaus. Ein Kolumbarium ist ein altrömisches Urnengewölbe, dessen Einrichtung mit seinen vielen kleinen Nischen für die Urnen an ein Taubenhaus erinnert. Es bietet die Möglichkeit, die Urne oberirdisch beizusetzen. Die Beisetzung findet in einer Urnennische statt, die mit einer Platte verschlossen wird. Auch bei dieser Beisetzungsart entfallen Grabpflegekosten gänzlich.
Nur bei Feuerbestattungen
Baum‒ und Naturgräber
Die Beisetzung erfolgt an einem Baum oder in naturnaher Umgebung - meist ohne klassischen Grabstein.
Auf bestimmten Friedhöfen (zum Beispiel auf den Waldfriedhöfen in Leinfelden, Stetten und Stuttgart, den Friedhöfen in Filderstadt, Steinenbronn oder Waldenbuch) oder ausgewiesenen Friedwäldern, Almwiesen oder an Bergbächen, zum Beispiel in der „Oase der Ewigkeit“ in der Schweiz, können Urnen beigesetzt oder die Asche sogar frei verstreut werden. Der natürliche Charakter des Gebietes muss erhalten bleiben. Auch hier entfällt eine Grabpflege.
Nur bei Feuerbestattungen
FriedWald
Eine besondere Form der Waldbestattung in ausgewiesenen Waldgebieten. Die Natur übernimmt die Grabpflege.
Die Beisetzung erfolgt an den Wurzeln eines Baumes in einem ausgewiesenen FriedWald. Diese Form der Bestattung verbindet den Abschied mit der Natur und schafft einen ruhigen Ort der Erinnerung.
Ein Grabstein oder klassische Grabgestaltung ist nicht vorgesehen. Stattdessen kennzeichnet auf Wunsch eine kleine Namenstafel den Baum. Die Pflege übernimmt die Natur.
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